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| | #1 (permalink) |
| Management Registriert seit: 08.10.2009 Ort: Berlin
Beiträge: 633
| Tachchen. Ich weiß auch nicht genau, wieso ich bei meinem ersten und bisher größten Aquarium Kies als Bodengrund gewählt hatte. Vielleicht war es diese unterschwellige Angst, der feine und feinste Sand würde ständig in der Schwebe bleiben, das Wasser verschmutzen, in alle Poren dringen und überhaupt nur sehr schlecht zu handhaben sein. Außerdem sah ich ja in allen Aquarien der Zoohandlungen in Berlin Kies in mannigfaltiger Form (und Farben!) in den Becken und NIE Sand! Wenn ich aber andererseits darüber nachdenke und nachlese, wie wohl die Böden der Gewässer, aus denen wir unsere Fische beziehen, beschaffen sind, dann kommt dabei fast immer nur raus: felsig oder sandig. Um nun meinen Aquarienbewohnern möglichst optimale Lebensbedingungen zu schaffen oder zumindest einen weiteren Schritt in diese Richtung zu machen, habe ich angefangen, zwei Aquarien mit Sandboden auszustatten. Während einer Walduntersuchung mit einer Schulklasse habe ich mehrere Zentner der dritten Bodenschicht aus einer Kiefernmonokultur mitgenommen. Dieser helle Sand ist äußerst feinkörnig - fast wie Mehl. Das Becken der Bratpfannenwelse sollte als erstes umgerüstet werden weil ich mir inzwischen sicher war, daß die Bratpfannenwelse oft im Boden eingewühlt und unter Blättern liegen. Und ich wollte den Versuch machen OHNE den Sand vorher zig mal durchzuwaschen, weil ja in der 1 m tiefen Erdschicht vermutlich keine unerwünschten Bestandteile vorkamen. Gesagt getan - zuerst war das Wasser gelbmilchig und es dauerte ein paar Stunden, bis es sich langsam klärte. Die Wurzeln und Felsen (als Pflanzen gibt es hier nur Schwimmpflanzen) waren alle mit feinstem Sandpuder bedeckt, was nach meinem Geschmack nicht so toll aussah - den Welsen war das aber vermutlich egal, sie wühlten im Sand herum. Auch die sonst herbstfarbene oder braune Laubschicht auf dem Boden war über und über mit diesem Puder bedeckt. Das Problem schien mir bei der richtigen Technik des Wassereinfüllens zu liegen - ich hatte den Wasserstrahl auf einen Suppenteller gelenkt, wodurch der Sand nicht aufgewühlt wurde - hatte aber zum Schluß bemerkt, daß der Wasserschlauch, wenn er kurz vor dem Ende der Füllung unter Wasser getaucht war, ganz andere Turbulenzen hervorrief. Dadurch kam es dann leider doch noch zu einigen Verwirbelungen und der Verteilung von Sandmehl im Becken. Nach dem ersten Wasserwechsel war allerdings die Freude groß - das Wasser war klar und blieb auch so und die Mehlschichten auf Blättern, Wurzeln und Felsen wurden weniger! Von der Theorie her ist ohnehin - wie man so hört und liest - die sich im Sand durch das äußerst feine Kapillarsystem ergebende anaerobe Zone im Hinblick auf die Wasserchemie und das Pflanzenwachstum, zu bevorzugen. Inzwischen habe ich auch das Bachbecken im Keller (trotz sehr heftiger Strömungen funktioniert der Sand auch hier!) mit Sand ausgestattet, und ich sehe, daß eine Art der Hexenwelse jetzt permanent den Sand nach verwertbaren Stoffen durchkaut. Zusätzlich dazu habe ich inzwischen gelesen, daß südamerikanische Welse z.B. zu bestimmten Jahreszeiten viel Sand in ihrem Verdauungssystem haben. Schwierig stellte ich mir die Entfernung einer großen Menge Kies aus einem laufenden Aquarium vor, um sie dann durch Sand zu ersetzen. Es war aber halb so schlimm: Ich saugte beim Wasserwechsel mit einem allerdings sehr groß dimensionierten Schlauch den Kies mit ab und leitete das Wasser mit Kies in einen großen Mörtelbottich im Garten. Das Wasser lief über den Bottichrand und der schwerere Kies sackte auf den Bottichboden. Diese ganze Absauggeschichte verteilte ich auf vier Wasserwechsel von jeweils 50% in einem 600 ltr.-Becken mit ca. 10 cm hoher Kiesbodenschicht. Grund für die ganze Geschichte: Mein erstes Aquarium mit den Maßen 160x60x60 hatte besagten Kiesboden, weil ich als Anfänger wohl auch diese Phantasie hatte, Sandkörner seien zu leicht und würden immer im Wasser schweben und ich hätte dann ständig trübes Wasser. Dieser Kiesboden aber füllte sich Jahr für Jahr mit immer mehr Mulm - wenn man mal beim Wasserwechsel darin herumstocherte, kam eine tiefbraune Brühe heraus und nichts mehr war zu sehen. Diese Entwicklung ging leider soweit, dass sich das Wasser bei den leichtesten Wühlereien der Welse trübte und mir der Anblick des Beckens nicht mehr gefiel. Inzwischen hatte ich ja Erfahrungen mit Sandaquarien gemacht - also sollte dieses auch eins werden. Der Sand, der von mir inzwischen bevorzugt benutzt wird ist der sog. Spielsand aus dem Baustoffhandel (Kluwe in Berlin z.B.), den es für drei Euro pro 25 kg gibt. Für mich gibt es keinen Grund, Kiesboden meinen Fischen - welchen auch immer - anzubieten! |
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| Aquarianer-Lotse Registriert seit: 21.08.2005 Ort: Beckenwand Beiträge: 4682 | |
| | #2 (permalink) |
| Management Registriert seit: 08.10.2009 Ort: Berlin
Beiträge: 633
| Panzerwelse und Boden Harnischwelse z.B. leben in der Natur sehr häufig einfach an Holz oder Stein festgesaugt inmitten der Strömung. Dieser Platz wird dann hin und wieder gewechselt. Daher ist meines Erachtens nach für sie der Bodengrund nicht soo wichtig. Anders sieht das Beispielsweise bei Panzerwelsen aus. Wer einmal erlebt hat, wie die Corydoras staubsaugergleich bis zu den Augen eingegraben auf Nahrungssuche durch den Sand pflügen, wird mich verstehen. Dies entspricht ihrem natürlichen Verhalten. Der Bodengrund sollte deshalb am besten nur aus Sand besehen. Zumindest aber sollte es feiner Kies sein, der auf keinen Fall scharfkantig sein darf, da die Cories sich daran die Barteln abschneiden. Dadurch sind sie zum einen in der Nahrungssuche behindert, da sie mit ihnen riechen, zum anderen gehören diese Barteln auch unabdingbar zur Vermehrung. Alternativ zu reinem Sandboden, kann man auch eine Buddelecke einrichten. Diese Ecke besteht dann aus einer eingelassenen Schale, in die der Sand eingefüllt werden kann. |
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| | #3 (permalink) |
| Management Registriert seit: 15.06.2008 Ort: Marxzell
Beiträge: 852
| Hallo Klaus, hierzu möchte ich doch einwenden, daß viele Harnischwelsarten, ich nehme an Du meinst im speziellen die L-Welse, gerne buddeln. Sicher nicht alle, ich kann auch nur für die wenigen von mir gepflegten Arten sprechen, aber L260 buddeln/wühlen gerne im Sand, ebenso wie L205 und nicht zuletzt der gemeine Ancistrus. Bei den L404 und LDA67 konnte ich das Gewühle noch nicht beobachten. Dennoch finde ich, daß man auch diesen Arten Sandboden gönnen sollte. Da sie neben den üblichem Substrat, auf dem sie sich festsaugen, auch öfter mal über den Boden sozusagen flitzen. Da habe ich bei Sandboden irgendwie ein besseres Gefühl - vielleicht ist das wirklich nur ein subjektiver Eindruck. Aber was die Fütterung betrifft, so hätte ich Bedenken, daß Lebend oder Frostfutter bei Kies in den Zwischenräumen verschwinden würde, anstatt gefressen zu werden. |
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| | #4 (permalink) | |
| Talker Registriert seit: 26.09.2009
Beiträge: 268
| Hi, Zitat:
Bei Lebdenfutter kommt es auf die Art an denn die meisten Arten (z.B Mückenlarven) zappeln noch eine Zeitlang (bei mir ca. 30 min.) im Wasser bevor sie zu grunde gehen, in dieser langen Zeit werden sie allerdings meistens schon von den Fische gefressen. Das heisst das der Anteil der in den Zwischenräumen verschwindet relativ gering ist. Lg Manu | |
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| | #5 (permalink) | |
| Talker Registriert seit: 19.04.2009 Ort: 26***
Beiträge: 856
| Zitat:
Anders ist das aber bei Flocken- und Granulatfutter. Das sinkt relativ schnell ab, und verschwindet. Wenn man Pech hat, kann das fatale Folgen bei den Wasserwerten haben... Vor allem bei Anfängern, die noch viel zu viel füttern ist das sozusagen eine 'Gefahr'. Da da sogar sehr viel runterfällt, und eventuell im Kies verschwindet wird das wahrscheinlich Folgen für den Nitrat/Nitri-Wert haben. Bei Anfängern eben nicht so gut...
__________________ | |
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| | #6 (permalink) | |
| Management Registriert seit: 15.06.2008 Ort: Marxzell
Beiträge: 852
| Hi, Zitat:
Zu der Zeit hielt sich auch hartnäckig das Gerücht, daß im Sand keine Pflanzen gedeihen können - im Gegenteil! | |
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| | #7 (permalink) |
| Talker Registriert seit: 13.12.2003
Beiträge: 1.998
| Hallo Es gibt Lebendfutter da ist es Sinn und Zweck der Sache, das es im Bodengrund verschwindet: Tubifex und rote Mückenlarven. Gründelnde Fische graben dann danach. Bei Sand sieht das sehr spektakulär aus, wenn der dann wild rumfliegt und durch die Kiemen gejagt wird. Kies bremst da mehr aus und wenn der Fisch nicht genug Antrieb hat, aufgrund mangelnder (Flossen)Grösse ist das Futter ausser Reichweite. Futterreste, die im Kies verschwinden haben nicht mehr oder weniger Einfluss auf Nitrit und Nitrat als Futter was obenauf bleibt. Allerdings werden solche Reste zu Zeitbomben. Beim Abbau der Reste wird Sauerstoff verbraucht und es bildet sich sehr viel, sauerstoffzehrender Mulm. Das kann dann schonmal problematisch auf die Dauer werden. Noch riskanter ist es, wenn sich, auch im Kies geht das, sauerstofffreie Zonen bilden. An sich sind sie kein Problem. Nur wenn dann im AQ und im Grund rumgerührt wird, und die Zonen vermischt werden, kann es zu heftigen Reaktionen führen. Im bestenfall wird Faulgas freigesetzt, im schlechtesten Fall kippt der Bodengrund und das AQ. Sehr gut durchwurzelter Boden kann dem vorbeugen, dann darf man aber auch nicht mit der Mulmglocke rein, weil sonst die Pflanzenwurzeln beschädigt werden. Oder man hat nur schwach/garnicht bepflanzte Aquarien mit geringer Kieshöhe und sorgt dort für regelmässige Bewegung im Bodengrund, sei es durch Mulmglocke und/oder durch einen Bodenfluter. Buddelecken, also mit Sand gefüllte Schüsseln oder ähnliches mitten im Kies, werden von Fischen wegen mangelnden Anreiz kaum genutzt werden. Die Futterreste versacken im Kies und bilden dort Mulm. Der Geruchssinn führt die Fische dahin. Sie haben keinen Anlass im Sand zu buddeln. Gruss Cat
__________________ Ich habe mich in in einem Aquaristikforum angemeldet, um nur über Aquaristik/Fische zu schreiben und nichts anderes. |
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| | #8 (permalink) | |
| Management Registriert seit: 08.10.2009 Ort: Berlin
Beiträge: 633
| Zitat:
Meine Rede! Mir sind dadurch in Abwesenheit sogar Fische gestorben (Sauerstoffzehrung!). | |
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| | #9 (permalink) |
| Talker Registriert seit: 26.09.2009
Beiträge: 268
| Hi, es gibt Flockenfutter das laut Hersteller bis zu 5 std. an der Wasseroberfläche bleiben kann. Außerdem ist allgemein bekannt das man nicht mehr verfüttern soll wie in wenigen Minuten verzehrt wird. Und sollte doch mal zu viel das guten getan wurden sein, kann man dies mit einer Handelsüblichen Mulmglocke absaugen. Das Pflanzen im Sand nicht wachsen kann ích auch nicht bestätigen, bei mir wachsen die Pflanzen im Sandbecken genauso wie die im Kiesbecken. Meine Ansicht und Erfahrung nach sind 80 % der Aqua-Fläche voller Kies die andereen 20 % mit Sand (als "Buddel-Ecke"). Da ich Kies einfach besser finde da ich deutlich pflegeleichter als Sand finde, aber dazu gibt es ja auch verschiedene Ansichten .Lg Manu |
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| Aquarianer-Lotse Registriert seit: 21.08.2005 Ort: Beckenwand Beiträge: 4682 | |
| | #10 (permalink) |
| Management Registriert seit: 08.10.2009 Ort: Berlin
Beiträge: 633
| Diese Aussage von mir - Mannomann, man muss hier offenbar jedes Wort auf die Goldwaage legen - war nur ein Zugeständnis an die Kiesfraktion! Ich selber mache sowas nicht, weil ich sowieso nur Sand nehme und ich kann daher nicht aus eigenen Erfahrungen mit Sandschüsseln berichten. |
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