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| | #1 (permalink) |
| Management Registriert seit: 27.11.2008 Ort: Burgstädt
Beiträge: 4.358
| Hi zusammen , ich beschäftige mich nun schon seit langem mit den Labyrinthern. Das sind nicht nur die bunten Schaumnestbauer. Da gibt es auch andere , interessante Arten . Eine davon möchte ich der Aquaristik-Gemeinde gerne etwas näherbringen , da ich der Meinung bin , dass die Tiere oft zu Unrecht als ungeeignete Aquarienfische dargestellt werden. Es handelt sich um Helostoma temminckii, dem Küssenden Gurami . Ein Labyrinther und einziger Vertreter der Familie Helostomatide. Der folgende Bericht wird sich ausschließlich der xanthistischen Form widmen , da für andere Farbschläge keine eigenen Erfahrungen vorliegen. Außerdem wird es einige Abweichungen von den heutzutage gängigen Informationsquellen geben. Mir ist aufgefallen, dass ich wahrscheinlich der Einzige hier im Forum bin , der diese interessanten und pflegeleichte Tiere hält. Durch die Fachliteratur und Internetberichte geistern zu erwartende Größen zwischen 20 und 50 cm. Dies wird wahrscheinlich viele Aquarianer abschrecken . Völlig zu Unrecht . Das größte meiner adulten Tiere mißt knapp über 20 cm. Diese Guramis heben sich von anderen Labyrinthern deutlich ab. Zunächst lassen sich die Geschlechter außerhalb der Balz nicht unterscheiden. In der Literatur wird manchmal behauptet, die Männchen hätten spitzere Flossen ( welche genau wird meist offen gelassen ). Das ist falsch . Beide Geschlechter haben abgerundete Rückenflossen. Die Haltung dieser Tiere erfolgt in sogenannten Schulen , also in Gruppen . Dominante Tiere kristallisieren sich beizeiten heraus. Rangkämpfe innerhalb der Gruppe werde durch Maulzerren ausgefochten , sieht manchmal schlimm aus , endet aber ohne Verletzungen . Daher auch der deutsche Beiname " Küssender Gurami ". Bei der Balz konnte ich , entgegen der Fachliteratur , ein solches Verhalten nicht beobachten. Ein Paar aus der Gruppe sinkt zu Boden und beginnt mit den Schwänzen zu schlagen. Wirkt bei Sandboden recht spektalukär. Das kann eine Weile so gehen. Allerdings nur bei ( simulierter ) Dämmerung. Irgendwann kommt es zur Paarung und hunderte Eier werde abgegeben. Dies mehrmals hintereinander . Die Eier sind relativ groß und treiben an die Oberfläche . Brutpflege wird keine betrieben ; im Gegenteil , man läßt sich den Kaviar schmecken ! Auf Vermehrung durch unser Eingreifen möchte ich hier nicht weiter eingehen , dies habe ich einmal gemacht und erfodert eine relativ hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand . Wichtig für die Haltung dieser Tiere ist Aufwuchs im Becken . Es sollten etliche Wurzeln zur Verfügung stehen und ( nach meiner Erfahrung ) Vallniserien. Die Tiere vefügen über feine Raspelzähne und nehmen hauptsächlich pflanzliche Kost zu sich. In sessilen Algen gibt es immer was zu finden ! Allerdings habe ich mir Gedanken gemacht , diese relativ großen Fische artgerecht zu ernähren , ohne das Wasser übermäßig zu belasten. Die Lösung waren spirulina haltige Welstabs ! Mittlerweile die Hauptmahlzeit meiner Guramis. Natürlich füttere ich auch ( sparsam ) fleischlische Kost . Dies wird aber nur widerwillig angenommen und man steht dann an der Scheibe und bettelt. Mich haben schon viele für verrückt erklärt; viel Geld für ein großes Becken auszugeben , nur um 6 weiße Fische zu pflegen ... Ich bereue es keine Minute ! |
| | 1 mal als positiv bewertet |
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| Aquarianer-Lotse Registriert seit: 21.08.2005 Ort: Beckenwand Beiträge: 4682 | |
| | #2 (permalink) | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Schade eigentlich, genau dass hätte mich nämlich sehr interessiert. Wieso eigentlich hoher finanzieller Aufwand? | |
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| | #3 (permalink) |
| Management Registriert seit: 27.11.2008 Ort: Burgstädt
Beiträge: 4.358
| Hi Klaus , Das ist natürlich relativ. Kommt darauf an , wieviele Larven gerettet wurden. Erstmal wird ein größeres Aufzuchtbecken von 100cm Kantenlänge benötigt, Temp. ab 28 Grad , dann sind die Kleinen wahre Freßmaschinen ; je nach Zahl werden da schon 2-3 Tafeln Frostfutter pro Tag benötigt. Was natürlich entsprechende tägliche Wasserwechsel nach sich zieht. Wenn man nicht direkte Abnehmer hat , werden schnell weitere Becken gebraucht . Die Tiere wachsen in ein paar Wochen auf 4 cm . Und dann bekommt man für ein Tier vielleicht 2 € . |
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| | #4 (permalink) | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Ach so. Ich sehe sowas ja auch immer aus der Perspektive eines Aquarianers, der auch fischfressende Fische hat, die sich über soviel Nachwuchs mächtig freuen würden. | |
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