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Alt 25.10.2009, 08:42   #1 (permalink)
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Hilfreiche Antwort   Mikrowürmchen von Helmut Reinsch

Zitat:
Die Mikrowürmchen zählen zu den Fadenwürmern, von denen weit über 1000 Arten bekannt sind.
Mikrowürmchen von Helmut Reinsch

Die Mikrowürmchen zählen zu den Fadenwürmern, von denen weit über 1000 Arten bekannt sind.
Der wissenschaftliche Name lautet Turbetrix silusiae. Auch sie haben recht üble Verwandte, die Fischen, auch Menschen, großen Schaden zufügen können. Aber keine Bange, man kann es vergleichen mit Gift- und essbaren Pilzen, wir beschäftigen uns also nur mit dem nützlichen Vertreter.
Wie der Name schon schon sagt, sind die Würmchen recht klein geraten. Damit man eine Größenvorstellung bekommt; ein grad geschlüpfter Guppy ist bereits in der Lage, so ein Tierchen zu verspeisen. Kleine Apistogrammas können sie ab ca. dem 5. Lebenstag überwältigen. Die Würmchen sind recht fetthaltig und sollten daher nicht täglich gefüttert werden. Insbesondere bei Lebendgebärenden Zahnkarpfen ist mäßig zu füttern, da diesen Fischen meist pflanzliche Kost zuträglicher ist. Ausgezeichnet sind sie zu Aufzucht junger Panzer- und Schwielenwelsen geeignet. Insgesamt kann man sie als willkommene Bereicherung des Jungfisch-Speiseplan sehen, keinesfalls aber als Alleinfutter!
Die Kultur:
Hier gibt es, wie recht oft in der Aquaristik, mehrere Wege die zum Ziel führen.
Zuerst brauchen wir mal ein Gefäss. Bestens geeignet sind Plastiknäpfe, ca. 10cm hoch, wie sie türkische oder griechische Lebensmittelhändler für den Transport von Krautsalat, Oliven oder ähnlichem verwenden. Wichtig! Den Deckel brauchen wir auch.
In das gut gesäuberte Plastiktöpfchen kommen nun ca. 4 Esslöffel Semmelbrösel. Die von Aldi sind übrigens am besten geeignet, warum auch immer, andere oder selbst hergestellte tun es aber auch. Dann kommt Wasser rein, frisches Leitungswasser ist absolut ok, und zwar so viel, dass alle Brösel gut durchgefeuchtet sind. Eventuell überflüssiges Wasser ist abzugiessen, man kann aber noch einige Brösel nachfüllen. Ruhig einige Minuten stehen lassen, es dauert etwas, bis alle Brösel vollgesogen sind.
Auf diesen Brei wird nun ein viertel Stück frische Hefe gelegt. Auf die Hefe (an den Rand) kommen nun einige Würmchen, aus einem Ansatz, den man sich natürlich besorgen muss.
Dann wartet man zwei bis drei Tage und die Ernte kann beginnen. Die Würmchen vermehren sich sehr, sehr schnell und werden am Rand des Gefässes hochklettern. Von da nimmt man sie mit einem Tuschpinselchen ab und gibt sie in ein kleines Töpfchen mit Wasser.
Mit dem Wasser kippt man sie dann zu den Jungfischen.
Alle vier, fünf Tage kann man mit einem weiteren viertel Hefe nachfüttern. Nach ca 3 Wochen sollte die Kultur erneuert werden. Wenn man jedoch kaum füttert, hält sie auch mal 6 Wochen.

Hier noch einige Tipps und Tricks:
- Ganz wichtig Den Behälterdeckel nur drauflegen, keinesfalls andrücken. Es bildet sich sonst Schimmel.
- Ich könnte mir vorstellen, das grad die Mädels unter uns jetzt Bedenken hegen. "Igitt, dann klettern die da raus!" Da könnt ihr völlig unbesorgt sein, bei mir hat noch nie auch nur ein einziges Würmchen die Kultur freiwillig verlassen.
- Um die Vermehrungsrate zu erhöhen, kann man ein wenig Zucker unter die Semmelbrösel mischen. Allerdings verbraucht sich die Kultur dann auch schneller.
- Einige Stunden vor dem Verfüttern ein Vitaminpräparat in die Kultur geben. Dann werden die Würmchen zu Vitaminbomen für die Fische.
- Nie zuviel auf einmal füttern. Die Würmchen sind keine Wasserlebewesen und verendete Tiere könnten das Wasser verderben. Aber das kennt ihr ja schon vom Flockenfutter.
- Die Würmchen vor dem Verfüttern nie spülen ("saubermachen"). Die mikroskopisch kleinen Hefeteilchen, die an den Würmchen haften, sind extrem nahrhaft für die Jungfische.
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