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  1. #1

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    Gendefekt Guppys? Frage an Experten!

    Hallo,

    ich habe Fragen an erfahrene Guppyhalter/züchter.

    Am 1.4. hab ich bei einem Garnelenkauf 2 Endlerguppymännchen mit bekommen. Ich habe dann am 1.5. 4 Endlerweibchen dazu gekauft. Die Tiere waren nicht nach Geschlecht getrennt und 2 Weibchen bekamen schon nach 2 Wochen Junge. Es stellte sich dann raus, dass ein Weibchen kein Endler war, hab nun unter anderem 3 Schleierschwanzmännchen.

    Da ich jetzt eh schon einen Mix hatte, habe ich 2 farbige Guppyweibchen dazu geholt. Die haben sich mit Mixmännchen gepaart. Nachdem ich zuviel Nachwuchs hatte, hab ich fast den kompletten Altbestand weg gegeben. Dann bekamen die 2 Farbweibchen ihren Nachwuchs, ca. 70 Babys. Die 2 waren von Anfang an verhaltensauffällig, nach der Geburt wurden sie krank, magerten ab und sind dann trotz aller Behandlungsversuche gestorben.

    Damit fängt mein Problem aber auch erst an. Gut ein Drittel des Nachwuchses war nicht richtig entwickelt. Sie blieben sehr klein, schwach ausgeprägte Rückenflosse und spitze Schwanzflosse. Diese Babys sind auch innerhalb des ersten Monats gestorben. Das waren vermutlich alles Männchen. Die verbliebenen Männchen entwickelten sich normal. Bei den Weibchen entwickelte sich eine massive Deformierung, mit verkrümmter Wirbelsäule, wie man es von Inzuchten kennt.

    Diese Weibchen konnte ich nicht weg geben, und hab sie behalten. Inzwischen sind sie große Brummer geworden, und machen Probleme. Auffällig ist eine hektische Atmung, extremer Hunger und leider auch Aggressivität. Die mischen das ganze Becken auf.

    Ich hab zwar die Geschlechter im September getrennt, aber wohl nicht schnell genug. Ich hab jetzt zum 3. Mal Nachwuchs. Der ist noch relativ klein, aber auch da gibt es erkennbaren Kümmerwuchs und die spitze Schwanzflosse. Wenn da jetzt wieder deformierte Weibchen drunter sind, weiß ich nicht, wohin mit denen.

    Wenn da ein Gendefekt vorliegt, können den auch die Männchen in sich tragen, oder? Evtl. auch die scheinbar normal gewachsenen Weibchen? Eigentlich wollte ich schon noch Nachwuchs haben, und die schönsten Exemplare behalten, aber ich denke, dass Risiko, dass ich einen eventuellen Gendefekt weiter züchte, ist relativ hoch.

    Und ganz direkt gefragt, was mache ich mit den Weibchen? Kann man solche Tiere gezielt als Futtertiere irgendwo anbieten? Was machen Züchter mit solchen Tieren? Sie wirken fit, aber ob sie evtl. krankheitsanfälliger sind, kann ich nicht sagen. Ich möchte auch nicht riskieren, dass die anderen Fische darunter leiden. Meine jüngsten Phantomsalmlerweibchen können sich gar nicht richtig entwickeln, weil die Guppyweiber bei der Fütterung sie regelrecht über den Haufen schwimmen.

    Hat hier Jemand Erfahrung mit diesen Problemen? Ich würde mich über Tipps freuen.

  2. #2

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    Kann ein, daß sich der "Gendefekt" erst durch die Kreuzung beider Arten entwickelt. Es sind immerhin zwei verschiedene Arten, die Guppies und die Endler-Guppies. Das sieht man aus dem lateinischen Namen: Poecilia reticulata (Guppy) und Poecilia wingei (Endler-Guppy). Beide Arten sind allerdings sehr nahe verwandt und können sich kreuzen. Das ist wie bei Pferd und Esel: Die Mischlinge heißen Maultier bzw. Maulesel, und beide haben den "Gendefekt", daß sie nicht fortpflanzungsfähig sind.

    Zur Geschlechtertrennung: Dummerweise können die Weibchen beider Arten den männlichen Samen eine ganz Zeit lang speichern und portionsweise damit ihre Eier befruchten. So kann eine einzige Befruchtung mehrere Schwangerschaften auslösen. Der Samen soll im Weibchen etwa 3-4 Monate fruchtbar bleiben. Leider kann man nicht sehen, ob ein Weibchen befruchtet ist, nur die später befruchteten Eier können am Trächtigkeitsfleck gesehen werden.

    •   Alt 22.01.2016 14:41

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  3. #3

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    Hallo , also ein Gendefekt duch verpaarungen reticulata x wingei ist auszuschliessen , da die Nachkommen durchaus fruchtbar sind . Sonst wären ja Hybriden wie Tiger , Black Flame etc. garnicht zustande gekommen und es würde keine Stämme geben .

  4. #4

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    Hallo,

    ich schließe den Defekt durch die Verpaarung auch aus. Zumal die normalen Guppyweibchen sich ja auch erfolgreich mit den Endlermännchen gepaart haben, und auch der Nachwuchs sich wieder gepaart hat. Danach hab ich allerdings fast den ganzen Bestand abgegeben.

    Geblieben ist hauptsächlich der Nachwuchs der Farbweibchen und der ist eben nicht normal entwickelt. Von daher liegt meine Vermutung darin, dass die Farbweibchen einen Gendefekt hatten, und der für die Missbildungen verantwortlich ist.

  5. #5
    Guppyhalter
    Wenn du deine Guppys aus einem normalen Zoogeschäft hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit auf Inzucht größer.
    An der Paarung liegt es nicht, die Kombi wird nur um so bunter, wie ich selbst von meiner damaligen Haltung berichten kann.

    Zu der Frage mit den Züchtern.
    Da würde ich in deinem Fall diese nicht anbieten, zum Züchten wird er sie definitiv nicht benutzen wollen. Wenn du sie nicht mehr willst, dann geb sie in einem Zoogeschäft bzw. Aquarienhandel (bessere Wahl) ab. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie anderen Fischen als Nahrung dienen, ist groß.

  6. #6

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    Hallo Guppyhalter,

    vielleicht erkläre ich das alles nicht richtig. Die Männchen haben sich mit Endlerweibchen und Guppyweibchen gepaart. Der Nachwuchs war komplett gesund und der war lange genug im Becken um selber geschlechtsreif zu sein. Die haben sich auch mit den Weibchen gepaart. Und auch die zweite Generation war gesund. Bevor diese Generantion geschlechtsreif war, habe ich sie abgeben.

    Von daher können nur die ursprünglichen Männchen oder maximal deren direkte Nachkommen sich mit den 2 Farbweibchen gepaart haben, die in der Zoohandlung von den Männchen getrennt gehalten worden waren, und die demnach noch keinen Nachwucht vorher hatten. Aber gleich ihr erster Nachwuchs ist nicht in Ordnung gewesen. D.h. Inzucht von Seiten der Männchen ist nicht wahrscheinlich. Dann könnten höchstens die Farbweibchen selber durch Inzucht entstanden sein, und deshalb kranken und deformierten Nachwuchs produziert haben, oder eben doch einen anderen Gendefekt gehabt haben. Das ist allerdings ausgesprochen ärgerlich, damit hätte ich bei Tieren aus der Zoohandlung nicht gerechnet.

    Wenn sie selber ein Inzuchtprodukt sind, heißt das, es gäbe keine Sicherheit, dass neue Guppys aus der Zoohandlung gesund sind, oder?

    Ich hatte die Weibchen alle behalten, nur ein paar Männchen, die gesund schienen habe ich jemanden für eine reine Männchen WG gegeben. Deshalb habe ich auch versucht, weiteren Nachwuchs zu vermeiden. Aber dank Spermaspeicherung habe ich aktuell 2 weitere Würfe. Mal sehen, wie viele da durch kommen. Dann bleibt einfach nur, die Tiere als Futtertiere abzugeben. Ich kann sie nicht alle behalten.

  7. #7

    Talker
     
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    Huhu,

    Inzucht bei Guppys? Ist das überhaupt mit Konsequenzen behaftet?

    Ich meine, wie viele halten sich einen Stamm Guppys ohne frisches Blut über Jahre hinweg?

    Ich hatte bisher noch keine Endler aber genügend lange normale Guppys. Es gab im Grunde wirklich nur selten Probleme mit Weibchen die nach oder während der Geburt eine "Deformierung" erlitten, es aber an den Nachwuchs nicht direkt weiter gaben. Es gab natürlich auch genügend Nachwuchs der dann teilweise nicht durch kam. Bei jedem Wurf gab es immer Jungtiere die "komisch" aussahen, sehr dünn waren und nach spätestens einem Monat verschwanden. Die Quote war geschätzt 15%.

    Ich bin um Himmels Willen kein Profi und würde nicht ausschließen, dass evtl. eines der Tiere einen Gendefekt weiter vererbt hat selbst wenn es bei dem Tier selbst nicht ausgeprägt war aber wenn sehr viele Jungtiere krank sind, nicht hoch kommen oder einfach schlecht aussehen dann würde ich den näheren Weg nehmen und erforschen ob es an der Haltung und vor allem auch Ernährung der Elterntiere und Jungtiere liegt.

    Ursachenforschung ist recht schwierig.

  8. #8

    Talker
     
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    Hallo Cichy,

    Inzucht kann ich mir einfach auch nicht vorstellen. Nicht so schnell.

    Die Ausfallquote bei den Würfen der beiden Weibchen lag bei ca. 40%. Aber wie gesagt, auch die Überlebenden waren nicht in Ordnung. Danach hatte ich 3 Monate lang keinen Nachwuchs und hatte schon gehofft, dass ich den Nachwuchs rechtzeitig getrennt hatte. Wieso ich jetzt überhaupt plötzlich 2 mal Nachwuchs habe, wundert mich selber.

    Beim ersten Wurf lag die Ausfallquote bei ca. 30 %. Der zweite Wurf ist noch recht klein, da kann ich noch nichts zu sagen. Gibt ja doch auch ein paar Fressfeinde im Becken. Ich beobachte jetzt mal die Entwicklung der Jungen und werde die Tiere getrennt halten. Eventuelle Zuchtversuche muss ich dann eben für ein Jahr auf Eis legen und es dann mit neuen Tieren versuchen.

  9. #9

    Talker
     
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    Hi Dani,
    mittlerweile blicke ich nicht mehr ganz durch.
    Hab nochmal deinen ersten Beitrag gelesen und festgestellt, das du dir von Anfang an ein trächtiges Weibchen reingeholt hast das sogar ein normales Guppy Weibchen ist.
    Demnach weiss ja kein Mensch, durch welche Guppymännchen die Trächtigkeit stammt. Jetzt kommt auch noch dazu, das normale (hochzucht) Guppyweibchen bis zu 4-6 Monate Vorratsbefruchtung betreiben können.

    Zu deinem letzten Beitrag:
    du sprichst von "Zucht mal auf Eis legen". Wie willst du von Zucht sprechen, wenn keine Tiere speziell selektiert werden und Männchen/Weibchen gemeinsam in einem Becken rumwuseln?

    Hab ich was überlesen oder sogar komplett durcheinander?

    •   Alt 25.01.2016 15:06

      Mister Ad Mister Ad ist offline

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  10. #10

    Talker
     
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    Hallo Klaus,

    vielleicht sind meine Erklärungen wirklich etwas verwirrend. Ich versuch mal, es aufzudröseln.

    1. Ja, ein Guppyweibchen war trächtig beim Kauf. Der Wurf war gesund. Alle Würfe von den ersten 4 Weibchen und auch von deren Töchtern war in Ordnung.

    2. Ich hatte 2 männliche Guppybabys mit Garnelen bekommen, die haben sich dann mit Weibchen gepaart. Auch die erste männliche Nachwuchsgeneration hat sich später gepaart. Der Nachwuchs war auch gesund. Da sich aber inzwischen fast 200 Guppys innerhalb von knapp 3 Monaten ergeben haben, habe ich fast alle weg gegeben.

    3. 4 Wochen vor der großen Abgabe holte ich mir 2 Farbweibchen. Diese haben sich mit den gleichen Männchen gepaart wie die anderen Weibchen, 4 Wochen später haben beide Weibchen im Abstand von einem Tag ihren Nachwuchs bekommen. Insgesamt ca. 70 Babys. Ca. 40% hatten starke Mißbildungen und sind innerhalb des ersten Monats gestorben. Bei den anderen 60% schienen die Männchen in Ordnung, aber die Weibchen hatten alle erhebliche Deformierungen, sprich Wirbelsäulenverkrümmung. Einige haben zusätzlich Kümmerwuchs.

    Kurz gefasst, bis auf 1 Weibchen, das schon trächtig zu mir kam und 3 Schleierschwanzmnännchen bekam, wurden alle anderen Weibchen von den Männchen aus meinem Becken begattet. Kein Weibchen hat mehr als 2 mal Nachwuchs bekommen. Immer war der Nachwuchs gesund.

    Nur diese 2 Farbweibchen hatten kranken Nachwuchs, sind nach der Geburt selber krank geworden und nach 3 Wochen trotz Behandlungen verstorben.

    Ich wollte gerade mit diesen Weibchen einen Zuchtversuch starten. Ich hätte dann auch selektiert, die besonders schönen behalten und den Rest abgegeben.