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  1. #1

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    HiHo,

    Ich hab ein klitzekleines Problemchen. Im Zuge einer Notevakuierung bei einem Freund (Scheibenriss) kamen einige Fische zu mir. Platz genug war vorhanden, da ich Meine Guppyweibchen allesamt abgeben konnte und mein 200l-Becken nun nur noch von 5 Corydoras aeneus, 3 Guppymännchen und 4 Blauen Congosalmlern bewohnt wurde (Händlerberatung ). Der Ursprüngliche Plan war, dass ich diesen einen geruhsamen Lebensabend schenke, verstorbene Fische jedoch nicht ersetze und dann irgendwann auf ein Grabenseebecken wechsle, was meinen Leitungswasserwerten näher kommt und mit deutlich weniger Aufwand verbunden ist. Es ist drum so, dass ich keine Osmoseanlage habe und das Wasser (~60-70° dGh aus der Leitung) bisher mit Säure nach unten gedrückt habe (in einem Separaten Fass).

    Mit der jetzigen Evakuierung kamen jedoch 4 pseudomugil furcatos (Gabelblauaugen? ) 3 Streifenschmerlen und 10 Barben oder Bärblinge zu mir. Genau um diese Barben geht es, ich kann sie nicht wirklich zuordnen. Laut meinem Freund handelt es sich um Purpurbarben, allerdings finde ich im Internet nichts zu dieser Bezeichnung, vielleicht kann mir einer von euch helfen.

    Kurze Fischbeschreibung:

    - Form wir Sumatrabarbe
    - Jungfische (Weibchen?) Silber mit 3 Schwarzen Bändern und rötlichem Kopf/Kiemenbereich, länge ~3cm
    - Adulte Tiere (Männchen?) Schwarz mit rotem Kopf/Kiemenbereich und glänzenden silbernen Punkten auf den Seitenschuppen, länge ~3-5cm

    Wie gesagt, ich bin mit ziemlich sicher, dass es sich wie mein Freund sagt um Barben handelt, da die Körperform stimt und vorallem die Jungtiere (oder evtl. halt die weibchen) ähneln extrem Sumatrabarben, nur dass sie nur drei Streifen und keine Roten Flossenränder haben.

    Kann mir einer von euch näheres zu diesem Fisch sagen, vielleicht die genaue Deutsche oder noch besser lateinische Bezeichnung? Ich wüsste schon gerne näheres, da es im Moment so aussieht, als würden die Fische längere Zeit bei mir bleiben...

    Gruss

    Marco

  2. #2

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    Originally posted by Ferry@23.08.2005 - 14:51
    Es ist drum so, dass ich keine Osmoseanlage habe und das Wasser (~60-70° dGh aus der Leitung) bisher mit Säure nach unten gedrückt habe (in einem Separaten Fass).
    Hallo Marco,

    vielleicht stellst Du zu"Fischbestimmung" ein paar Bilder ein. Das dürfte die Sache erheblich erleichtern...

    Ansonsten hätte ich noch eine Frage zu Deinen Wasserwerten: Wie senkst Du denn eine GH von 60-70 (das muss ja schon fast bröseln ) mit Säure?

    Ich weiß leider überhaupt nicht, was Du damit meinst.

    Grüsse, Timo.

    Edit: Sind das vielleicht die Fische, denen Du Asyl gewährst?
    http://www.aquarien-center.de/barbus_nigrofasciatus.htm

    •   Alt 23.08.2005 14:55

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  3. #3

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    Hi Timo,

    Das würde ich gern, leider bin ich (noch) Digicamfreie Zone, das fällt also leider Weg...

    Das mit der Säure:

    Ich hab mal von jemandem gelesen (in einem Forum, weiss nimmer genau wo) , dem Apfelessig ins Aquarium fiel und der dann bei seinen Messungen feststellte, dass sich ausser der Härte, die Rapide absank, am Wasser selbst nichts verändert hatte. Da ich damals noch auf der Suche nach einer Möglichkeit war, mein Wasser Weicher zu bekommen, begann ich halt zu experimentieren (ausserhalb des Aquariums, keine Angst ). Erst mit Aquarienwasser und normalem Essig, was zur Folge hatte, dass GH und auch KH absanken, das Wasser allerdings nach Essig stank, da ich Pro Liter Wasser ziemlich viel Essig brauchte. Also besorgte ich mir 98% Essigsäure, Testete damit rum und fand so die Lösung für mich... Pro Liter Wasser 3cl Säure, und ich hab Wasser mit 11°KH und 15°GH. Das Ganze wird ausserhalb des Aquariums in einem Fass Angerührt (ca. 100l) und dann mittels Tauchpumpe und Gartenschlauch in das Aquarium geführt...nach dem Testen natürlich. Wie gesagt, ich selber konnte mit meinen Tests bisher keine anderen Veränderungen nachweisen, und auch im Zoohandel, wo ich ne Wasserprobe untersuchen liess, fanden sie nichts.

    Allerdings würde ich das nicht als allgemeine Methode vorschlagen, da es erstens etwas gefährlich ist und ich zweitens doch sehr extremes Wasser hab...alle zwei Wochen Duschkopf entkalken ist hier normal . Ich fand einfach keine andere Lösung, da ich den Platz für eine Osmoseanlage nicht habe (Fass steht im Garten, wenns nicht gebraucht wird) und mit einer Torffilterung schlicht keine Chance gegen diese Wasserwerte hatte.

    Edit 1: achja, vergessen zu erwähnen: Der pH-Wert ändert sich seltsamerweise nicht gross, er sinkt um etwa 0,3 ab im vergleich von Leitungswasser/Säurewasser...aber ich bin kein Chemiker, fragt mich bloss nicht, warum.

    Edit 2: Bingo, das ist er! Herzlichen dank, hab da echt nichts gefunden!


    Gruss

    Marco

  4. #4

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    Hallo Marco,

    daß die KH bei Säurezugabe fällt kann ich noch verstehen, da die KH schliesslich angibt wieviel Carbonat- und Hydrogencarbonat-Ionen im Wasser gelöst sind.

    Daß die GH aber dabei fällt, will mir noch nicht so ganz einleuchten. Die GH gibt an, wieviele Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser gelöst sind. Durch Zugabe von Essigsäure kann man höchstens einen Verdünnungseffekt (was aber bei 3 cl pro Liter Wasser eigentlich nicht sein kann) erreichen, da sich das Volumen vergrössert, die Anzahl an Magnesium- und Calcium-Ionen aber gleich bleibt.

    Ist denn Essigsäure billiger als VE-Wasser? Denn sonst fällt mir kein Grund ein, warum man dann zur Essigsäure greifen sollte.

    Es freut mich aber, daß ich Dir bei der "Fischsuche" helfen konnte.

    Grüsse, Timo.

  5. #5

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    Hi Timo,

    Wie gesagt, ich hab auch keine Ahnung, warum es klappt, aber es geht zumindest bei mir (laut den JBL-Tropfentests jedenfalls) und somit bin ihc zufrieden, zumal ich keine Nebenwirkungen feststellen konnte. Billiger ists für mich in jeden Fall, da ich bei meinen Wasserwerten wahnsinnige Mengen an Destilliertem Wasser bräuchte, aber nur wenig Säure (1 Liter kostet mich ~20 sFr. also etwa öh... 12€? )...trotzdem ist es Kostenintensiv, weswegen ich ursprünglich auch auf ein Grabenseebecken wechseln will, da ich da nicht ganz so viel Flüssigkeit brauche... Ist hier halt ne schlechte Gegend für Aquaristik *seufz*

    Gruss

    Marco

    Edit: Das einzige was mir dazu einfält ist, dass die Wasserhärte hier hauptsächlich vom Kalk kommt... ich kann mich noch von der Schule her erinnern, dass Essig Kalk auflöst oder lieg ich da falsch? Ist kalk nicht zum grössten Teil Calcium? Keine Ahnung, obs was damit zu tun hat, wie gesagt, bin kein Chemiker...

  6. #6

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    Hallo Marco,

    daß Säuren Kalk (Calciumcarbonat) lösen ist schon richtig; dadurch sinkt aber die Konzentration an Calcium-Ionen im Wasser nicht. Sie müsste sogar steigen, da der ansonsten feste Kalk ja jetzt in Lösung vorliegt.

    Ich habe mal eine Mail an Sera geschrieben und gefragt, ob die Essigsäure möglicherweise das Ergebnis des Härtetests beeinflusst. Mal sehen, was die so schreiben.

    Grüsse, Timo.

  7. #7

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    Hallo Marco,

    hier mal die beiden Mails von Sera:

    Mail1:

    Hallo,

    > ich wüsste gerne, ob die Gegenwart von Essigsäure die Messung der
    Gesamthärte mit Ihrem Test beeinflusst.

    geringe Mengen stören nicht, der pH sollte jedoch nicht unter 5,5 - 6
    liegen.

    Viele Grüße

    sera GmbH
    Dr. Bodo Schnell


    Mail2:

    Hallo,

    > vielen Dank für Ihre Antwort. Woran liegt es denn dann, daß angeblich
    3cl Essigsäure je Liter Wasser die Gesamthärte senken sollen?

    das wäre mir neu... woher stammt das denn?

    > Mir will nicht einleuchten, daß die Konzentration an Mg- und Ca-Ionen
    durch Säurezugabe abnimmt.

    Mir auch nicht .

    Im Ernst: Die titrimetrischen (hier konkret: komplexometrischen)
    Messverfahren werden durch stark vom Neutralwert abweichende
    pH-Verhältnisse beeinflusst, aber die Menge an gelösten Ca/Mg-Ionen
    schwankt nicht durch Acetat. Selbst wenn es zur Bildung von
    Acetato-Komplexen kommen sollte, wären die gegenüber EDTA-Chelaten so
    wenig stabil, dass keine Probleme zu erwarten sind (hier gilt im
    übertragenen Sinne ähnliches wie die bekannte Leitlinie "die starke
    Säure treibt die schwache aus" - das lässt sich über die entsprechenden
    Bildungs- bzw. Dissoziationskonstanten nach dem Massenwirkungsgesetz
    auch auf Komplexe übertragen).

    Viele Grüße

    sera GmbH
    Dr. Bodo Schnell


    Ich weiß also nicht, was Du da machst

    Grüsse, Timo.

  8. #8

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    Hallo nochmal,

    hier nun auch die dritte Mail von Sera:

    Hallo,

    > Vielleicht haben Sie ja die Zeit, sich den Beitrag einmal anzusehen.

    das habe ich getan - danke für den Link (Sie können auch diese Antwort
    ruhig in den Thread posten)!

    Ich habe inzwischen eher den Verdacht, dass der verwendete Test (ich
    weiß jetzt nicht, auf welchem Prinzip er basiert und könnte mich dazu
    auch nicht äußern, weil er ja von einem anderen Hersteller stammt) evtl.
    durch Essigsäure gestört wird. Das müsste ggf. mit dem Hersteller des
    Tests geklärt werden.

    Die komplexometrischen Tests werden jedenfalls, so lange man in
    aquaristisch relevanten pH-Bereichen bleibt, nicht nennenswert gestört
    (auch die mir hier vorliegende Broschüre "Die Untersuchung von Wasser"
    der Fa. Merck weist Acetate z.B. nicht als Störung dieser Testverfahren
    aus), und auch Verfälschungen durch Fällungsreaktionen sind nicht zu
    erwarten; die Acetate (auch von Erdalkalimetallen) sind ja generell gut
    wasserlöslich.

    Unabhängig davon rate ich von der Anwendung organischer Säuren im
    Aquarium in den hier zur Debatte stehenden Mengen ab - Nutzwirkungen
    sind zumindest fraglich, und ungünstigstenfalls können sie als
    Kohlenstoffquelle dienen und unerwünschte Bakterienblüten auslösen.

    Eine Randbemerkung noch: Vom Umgang mit hochkonzentrierter Essigsäure
    ("Eisessig") kann ich nicht entsprechend ausgebildeten und
    ausgestatteten (Schutzkleidung/-ausrüstung, Abzug) Personen nur abraten
    (s.a. Chemikaliengesetz, Gefahrstoffverordnung inkl. Anhänge). Sowohl
    die flüssige Säure als auch eingeatmete Dämpfe sind stark ätzend und
    können ausgesprochen unangenehme, ggf. sogar bedrohliche Verletzungen
    verursachen! Die Gefahren- und Sicherheitshinweise (R- und S-Sätze) sind
    keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen!

    Viele Grüße

    sera GmbH
    Dr. Bodo Schnell

    Grüsse, Timo.

    •   Alt 24.08.2005 15:46

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