Willkommen bei Aquaristik-Talk.de.
Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1

    Talker
     
    Registriert seit
    22.08.2019
    Beiträge
    46
    Danke
    0

    Pinsel und Bartalgen

    Hallo,
    Ich habe vor 3 Wochen mein 240l Aquarium komplett neu gemacht (Bodengrund, Einrichtung, Pflanzen). Die Fische waren dabei in einem kleinen Becken untergebracht und einer der beiden Außenfilter lief daran weiter. Der Grund dafür war zum Einen, dass es mir nicht mehr gefiel und zum Anderen, dass ich einen starken Befall von Blaualgen und Rotlagen hatte. Dieses Problem trat auf, nachdem ich etwa 2,5 Monate keinen Wasserwechsel gemacht und per Futterautomat gefüttert hatte. Es ging leider nicht anders. Die Fische haben es jedoch alle gut überstanden.

    Nun habe ich erneut ein Problem mit Bart- und Pinselalgen. Vielleicht könnt ihr mir ja sagen woran es liegen kann und was ich dagen tun sollte.
    Seit der Neueinrichtung habe ich 3 oder 4 mal 50% des Wassers gewechselt. Mein Wechselwasser besteht immer zu 50% aus Leitungswasser und zu 50% aus Wasser aus einem stark sauren Kationentauscher.
    Zur Bepflanzung:
    Cryptocorynen, Hygrohila pinnatifida, Hygrophila corymbosa, Anubien, Sagittaria subulata, Pogostemon stellatus, Helanthium bolivianum "Angustifolius"
    Die Algen treten hauptsächlich an den Anubien auf. Aber auch an allen anderen Pflanzen sind welche zu sehen.
    Zu den Wasserwerten:
    pH: 6,6 - 6,8
    KH: 4-5
    CO2: 25 - 30 (laut Dauertest)
    Nitrat: < 5
    Eisen: 0,0
    Phosphat: < 0,02
    Kalium: 10
    Ich sehe schon, dass Nitrat, Phosphat und Eisen erhöht werden müssen. Zum Eisengehalt ist allerdings zu sagen, dass beim Messen einige Tage seit der letzten Düngung vergangen waren. Dennoch deute ich an einigen Pflanzen einen Eisenmangel.
    Gedüngt wird mit AquaRebell Basic Phosphat, Basic Eisen und Basic Nitrat. Dazu kommen nach jedem Wasserwechsel etwa 50g Bittersalz. Die Beleuchtung besteht aus zwei 54W T5 Röhren.
    Seit zwei Tagen behandle ich die schlimmsten Stellen mit einem Flüssig CO2 Dünger. Leider wird dadurch aber nicht die Ursache des Problems beseitigt.
    Über Ratschläge, wie ich damit umgehen soll und woran es liegen kann, bin ich sehr dankbar.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  2. #2

    Management
     
    Registriert seit
    01.11.2006
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    18.623
    Danke
    1257
    Hi!
    Hast Du mal ein Bild vom ganzen Becken? Wie lange beleuchtest Du?
    Die direkte Behandlung der Pflanzen mit Easy Carbo (der entgegen der Werbebehautung kein flüssiges CO2 ist, da es sowas nicht gibt, ist nur ein Desinfektionsmittel) dauert schon länger als 2 Tage (also Geduld haben!), wobei ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt gegen diese Algenarten hilft. Normalerweise wird es erfolgreich nur gegen Fadenalgen eingesetzt.
    Nach einer Neueinrichtung düngt man normalerweise gar nicht und beleuchtet zunächst recht sparsam. Beides wird erst nach 3-4 Wochen langsam angefangen und mit zunehmendem Wachstum der Pflanzen gesteigert. Sonst kommt der Nahrungsüberschuss eher den Algen als den erst langsam Fuß fassenden Pflanzen zugute. Der Riesenwasserfreund und die Cryptocoryne nehmen dazu gerne Düngestäbchen bzw.-kugeln an, da sie besser über die Wurzeln zehren.
    Welche Lichtfarben haben die Röhren? Wozu soll das Bittersalz dienen, das dürfte etwas zu viel des Guten sein, da dieser Nährstoff nur in sehr geringem Maße verbraucht wird und normalerweise genügend im Leitungswasser vorhanden ist.

    •   Alt 07.10.2020 19:34

      Mister Ad Mister Ad ist offline

      Aquarianer-Lotse
      Registriert seit
      21.08.2006
      Ort
      Beckenwand
      Beiträge
      4682

        
       

  3. #3

    Talker
     
    Registriert seit
    22.08.2019
    Beiträge
    46
    Danke
    0
    Hallo Gregor,
    Danke für deine Antwort.
    Ich beleuchte seit einer Woche 9h täglich. Davor waren es 8 h. Die Röhren haben 6500K. Die Wirkung von diesen "Flüssig CO2" Produkten ist mir bekannt. Ich habe gelesen, dass diese gt gegen Rotalgen helfen. Allerdings vernichten sie nur vorhandene Algen und beseitigen nicht die Ursache. Die Düngung läuft so auch erst seit knapp zwei Wochen und es ist auch nur ungefähr die Hälfte der empfohlenen Dosis.
    Das Bittersalz soll das Ca-Mg-Verhältnis günstiger gestalten. Dieses wäre ohne Bittersalz bei 10:1. Bei der Menge hast du Recht, da habe ich mich verrechnet. In Zukunft werde ich diese verringern.
    Zu dem Gesamtbild sei gesagt, dass ich die Pogostemon stellatus im hintergrund heute gekürzt habe, da diese im unteren Bereich voller Algen war. Zudem befinden sich noch eine Echinodorus und einige Cryptocoryne crispatula im Hintergrund, die nicht zu sehen sind, da bisher kaum gewachsen.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  4. #4

    Management
     
    Registriert seit
    26.12.2018
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    1.710
    Danke
    287
    Hallo William,

    gerade am Anfang braucht man schnell wachsende Pflanzen - z. B. Hydrocotyle (leucocele), Bacopa (caroliniana), Corymbosa (da gibt es viele), Limnophilia (sessiliflora) - Hornblatt,
    - Deine Pflanzen sind bis jetzt - langsam wachsende...

    - Eine dunkle Rückwand würde den Fischen sicherlich gefallen...
    Das Problem für die Pflanzen besteht evtl. auch in hohen Wassertemperaturen... - auch darauf achten...

    Das fällt mir nun spontan ein.

  5. #5

    Management
     
    Registriert seit
    01.11.2006
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    18.623
    Danke
    1257
    Hi!
    Naja, bei der sparsamen und überwiegend langsam wachsenden Bepflanzung und dem sehr hellem Bodengrund wundert es mich nicht, daß da Algen sofort Fuß fassen. Den Fischen, deren Zusammensetzung auch sehr unglücklich gewählt ist (Blutsalmler zu Skalaren ist ein absolutes NoGo!), sollte man mit mehr Bepflanzung auch mehr Rückzugsmöglichkeiten bieten. Für die ist so ein helles Becken ohne Deckung Stress pur.
    Die Röhrenauswahl ist auch nicht so ideal, zu einer 6500k Röhre wäre eine andere, entweder Plant oder Color mit weniger Kelvin besser.
    Also sehr viel mehr schnellwachsendes Grünzeug rein, dunkler Hintergrund, Herbstlaub um den hellen Boden abzudunkeln, Schwimpflanzen für di Abschattung und Riesenvallisnerien für den Hintergrund und besonders für die Skalare.
    Har zwar nicht mit den Algen zu tun, aber den Besatz solltest Du noch mal überdenken ...

  6. #6

    Talker
     
    Registriert seit
    22.08.2019
    Beiträge
    46
    Danke
    0
    Zitat Zitat von Neonblau Beitrag anzeigen
    Hallo William,

    gerade am Anfang braucht man schnell wachsende Pflanzen - z. B. Hydrocotyle (leucocele), Bacopa (caroliniana), Corymbosa (da gibt es viele), Limnophilia (sessiliflora) - Hornblatt,
    - Deine Pflanzen sind bis jetzt - langsam wachsende...

    - Eine dunkle Rückwand würde den Fischen sicherlich gefallen...
    Das Problem für die Pflanzen besteht evtl. auch in hohen Wassertemperaturen... - auch darauf achten...

    Das fällt mir nun spontan ein.
    Hallo,
    Ich dachte, dass Pogostemon stellatus und Hygrophila corymbosa schnellwachsende Pflanzen sind. Da dem nicht so ist, werde ich mir einige der genannten Arten zulegen. Den Tipp mit der Rückwand werde ich auch berücksichtigen. Meinst du es reicht schon einfach eine dunkle Folie von außen aufzubringen? Das mit den hohen Temperaturen habe ich schon gelesen. Allerdings bevorzugen die L333 hohe Temperaturen, eher noch höher ans meine. Ich schalte daher den Heizer über Nacht aus. Vielleicht kommt das dem Pflanzenwuchs besser zugute.

  7. #7

    Talker
     
    Registriert seit
    22.08.2019
    Beiträge
    46
    Danke
    0
    Zitat Zitat von fossybear Beitrag anzeigen
    Hi!
    Naja, bei der sparsamen und überwiegend langsam wachsenden Bepflanzung und dem sehr hellem Bodengrund wundert es mich nicht, daß da Algen sofort Fuß fassen. Den Fischen, deren Zusammensetzung auch sehr unglücklich gewählt ist (Blutsalmler zu Skalaren ist ein absolutes NoGo!), sollte man mit mehr Bepflanzung auch mehr Rückzugsmöglichkeiten bieten. Für die ist so ein helles Becken ohne Deckung Stress pur.
    Die Röhrenauswahl ist auch nicht so ideal, zu einer 6500k Röhre wäre eine andere, entweder Plant oder Color mit weniger Kelvin besser.
    Also sehr viel mehr schnellwachsendes Grünzeug rein, dunkler Hintergrund, Herbstlaub um den hellen Boden abzudunkeln, Schwimpflanzen für di Abschattung und Riesenvallisnerien für den Hintergrund und besonders für die Skalare.
    Har zwar nicht mit den Algen zu tun, aber den Besatz solltest Du noch mal überdenken ...
    Hallo,
    Warum sind Skalare und Blutsalmler ein NoGo? Mir ist bewusst, dass meine Beckengröße das absolute Minimum für Skalare darstellt. Leider war mir das bei der Anschaffung noch nicht so klar. Es scheint ihnen aber offensichtlich gut zu gehen. Ich sehe also bisher keinen Grund sie umzusetzen.
    Die Bepflanzung sollte ja eigentlich schon deutlich üppiger gewachsen sein. Leider ist das bisher nicht so. Vallisnerien möchte ich eigentlich nicht mehr im Becken haben, da sie sich schlecht kontrollieren lassen. Daher habe ich jetzt Cryptocoryne crispatula und Helanthium bolivianum gewählt. Die sollten eigentlich ähnlich wachsen, wie die Vallisnerie.
    Laub habe ich schon besorgt, wollte es aber in der Einlaufphase noch nicht einbringen.
    Schnellwachsende Pflanzen, Schwimmpflanzen und einen dunklen Hintergrund werde ich mir besorgen.
    Die T5 Röhren sind ganz einfache von Philips. Also keine speziellen für die Aquaristik. Diese sind einfach sehr teuer und am Ende wahrscheinlich auch nur von Herstellern wie Philips, Osram und Co. Kennst du dich da besser aus? Dann lasse ich mich gerne belehren.

  8. #8

    Management
     
    Registriert seit
    01.11.2006
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    18.623
    Danke
    1257
    Hi!
    Blutsalmler sind hektische Flossenbeisser, kleine Pirnahas, die nicht nur den eigenen Artgenossen an die Flossen gehen. Von der Verletzungsgefahr für die Skalare abgesenen, auch Stress pur.
    Skalare brauchen senkrechte Strukturen also schlanke, hochstehende Wurzeln, Riesenvallisnerien (wieso sind die schlecht zu kontrollieren? Habe sie in allen größeren Becken), also Pflanzen die bis zur Oberfläche wachsen und dort fluten. (Bilder meiner Skalarbecken s.u.)
    Cryptocoryne ist eher was für den unteren Bereich, der den Skalaren nichts nutzt.
    Das bisschen Pflanzen braucht ein ganzes Jahr, bis es wenigstens für die anderen Fische halbwegs als Rückzugsmöglichkeit dient, für die Skalare ist das alles nichts ....
    gerade ganz frisch eingerichtet, also minimalste Bepflanzung:P1010198.jpg
    so sollte es aussehen ...AQ_11_2008.jpgSkalarbecken1.jpg
    Geändert von fossybear (09.10.2020 um 15:59 Uhr)

  9. #9

    Talker
     
    Registriert seit
    22.08.2019
    Beiträge
    46
    Danke
    0
    Zitat Zitat von fossybear Beitrag anzeigen
    Hi!
    Blutsalmler sind hektische Flossenbeisser, kleine Pirnahas, die nicht nur den eigenen Artgenossen an die Flossen gehen. Von der Verletzungsgefahr für die Skalare abgesenen, auch Stress pur.
    Skalare brauchen senkrechte Strukturen also schlanke, hochstehende Wurzeln, Riesenvallisnerien (wieso sind die schlecht zu kontrollieren? Habe sie in allen größeren Becken), also Pflanzen die bis zur Oberfläche wachsen und dort fluten. (Bilder meiner Skalarbecken s.u.)
    Cryptocoryne ist eher was für den unteren Bereich, der den Skalaren nichts nutzt.
    Das bisschen Pflanzen braucht ein ganzes Jahr, bis es wenigstens für die anderen Fische halbwegs als Rückzugsmöglichkeit dient, für die Skalare ist das alles nichts ....
    gerade ganz frisch eingerichtet, also minimalste Bepflanzung:P1010198.jpg
    so sollte es aussehen ...AQ_11_2008.jpgSkalarbecken1.jpg
    Hallo,
    Das mit dem Flossenbeißen habe ich bei mir noch nicht feststellen können. Nach Recherche im Internet habe ich herausgefunden, dass dies wohl nur bei schlechter Fütterung, schlechter Strukturierung und schlechten Haltungsbedingungen vorkommen KANN. Ich hatte die Blutsalmer auch eigentlich nicht als Besatz für dieses Becken geplant. Es waren noch 5 Stück aus einem anderen Becken "übrig". Die Gruppe halte ich jetzt so lange bis sie das zeitliche segnet. Meiner Meinung nach geht es ihnen und den Skalaren gut. Deine Ratschläge mit den senkrechten Strukturen und Pflanzen werde ich zum wohle der Skalare natürlich berücksichtigen. Habe mir jetzt erstmal Bacopa, Rotala green, Rotala rotundifolia, Limnophila sessiliflora und Schwimmpflanzen besorgt.

    LG, William

    •   Alt 18.10.2020 19:30

      Mister Ad Mister Ad ist offline

      Aquarianer-Lotse
      Registriert seit
      21.08.2006
      Beiträge
      4682

       

  10. #10

    Management
     
    Registriert seit
    01.11.2006
    Ort
    Krefeld
    Beiträge
    18.623
    Danke
    1257
    Hi!
    Zitat Zitat von fischi9991 Beitrag anzeigen
    Nach Recherche im Internet habe ich herausgefunden, dass dies wohl nur bei schlechter Fütterung, schlechter Strukturierung und schlechten Haltungsbedingungen vorkommen KANN.
    Naja, auch bei guten Haltungsbedingungen und guter Fütterung sind sie Unruhestifter und Flossenbeisser und das ist kein angelesenes Wissen sondern eigene jahrzehntelange Erfahrung. Bei deiner jetzigen noch unpassenden Beckenstruktur sind sie allerdings nicht wirklich in ihrem Element, da zeigen sie stressbedingt ihr arttypisches Verhalten noch nicht, wird aber kommen, sobald die Haltungsbedingungen stimmen und sie ihre Reviere abstecken.