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  1. #1

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    Streifenhechtlinge im Makropodenbecken

    Gestern ist mein Paradiesfischweibchen gestorben. Nun schwamm das Männchen einsam und alleine im Becken. Ersatz mußte her. Da das Becken aber nur eine Kantenlänge von sechzig Zentimetern besitzt, wollte ich kein neues Weibchen hinzusetzen - die beiden anderen kannten sich "vom Ei an", da ging das. Nach langen Gesprächen mit Fachleuten, etlicher Literaturrecherche und längerem Grübeln kam ich auf den glorreichen Gedanken, asiatische Streifenhechtlinge Aplocheilus lineatus zu nehmen. Allerdings kann ich dieses Becken nun nicht mehr als "Labyrinther-Becken" zu deklarieren.

    Ich fuhr also zu einem sehr guten mir bekannten Aquaristikhändler und ließ mich dort noch einmal ausführlich beraten, mit dem selben Ergebnis. Aber nun von Anfang an die wichtigsten Daten:
    - Wasserhärte: 21° dH
    - Karbonathärte: 15° KH
    - Temperatur: Zimmertemperatur (Heizstab vorhanden, aber nicht in Betrieb)
    - Säure: pH = 7,1

    Besatz:
    - 1 kleiner Trupp Metallpanzerwelse Corydoras aeneus
    - 1 Männchen Macropodus opercularis (Paradiesfisch)

    Beckengröße:
    - 60 cm X 30 cm X 30 cm (54 Liter)

    Dieser Besatz erschien mir nun doch etwas zu spartanisch. Ich überlegte zuerst, irgendwelche anderen geeigneten Labyrinthfische einzusetzen, nach einigem Überlegen und diversen Beratungen entschied ich mich aber dagegen. In einem befreundeten Aquaristikclub lagen aber gute Erfahrungen vor, den Paradiesfisch mit Streifenhechtlingen zu vergesellschaften: Streifenhechtlinge sind groß und wehrhaft genug, sich des Paradiesfisches zu erwehren, greifen diesen aber nie von sich aus an. Heute nun kaufte ich ein Männchen und zwei Weibchen des Streifenhechtlinges. Hier nun ein kurzer Bericht von den ersten Stunden der Hechtlinge im Becken:

    Die Weibchen verschwanden erwartungsgemäß sofort im Dickicht der Pflanzen. Ganz anders das Männchen, das neugierig die Gegend erkundete. Lediglich seine etwas blasse Färbung verriet seine Erregung. Und dann kam der Moment, den ich beürchtet hatte: Der bisherige Herrscher griff den Neuen an!

    09 - Rivalen 09-09-2016.jpg

    Dieser war aber zu flink, um sich beißen zu lassen, und der Angriff ging ins Leere.

    08 - Rivalen 09-09-2016.jpg

    Es dauerte nicht lange, und der Streifenhechtling kehrte den Spieß um. Fortan ließ der Makropode ihn in Ruhe und umkreiste ihn noch eine Weile neugierig. Seitdem ist kein weiterer Angriff erfolgt, der Hechtling ist ihm offenbar zu groß und zu schnell. Und Kavalier, der er ist, ließ er die Weibchen von Anfang an völlig in Ruhe. Jetzt hält der Makropode vorsichtigen Abstand. Ich bin gespannt, wie sich das weiterhin entwickelt.

    Ein Fütterversuch zeigte, daß die Streifenhechtlinge sofort sowohl Flockenfutter als auch Granulat annahmen. Das Männchen beruhigte sich und zeigte langsam seine Farbenpracht:

    10 - Streifenhechtling Männchen 09-09-2016.jpg

    Nach einer Weile gelang es mir, auch eines der scheuen Weibchen zu fotografieren:

    11 - Streifenhechtling Weibchen 09-09-2016.jpg

    Momentan, fast fünf Stunden nach dem Einsetzen der Streifenhechtlinge, herrscht Frieden im Becken. Das Paradiesfischmännchen schwimmt wie gewohnt durchs Becken, vielleicht etwa versteckter als sonst. Der Streifenhechtlingmann umkreist seine Weibchen, die kaum zu sehen sind. Alles strahlt Ruhe aus. Nur die Corydoras, die sonst von den Streitereien über ihnen völlig unbeeindruckt sind, wuseln aufgeregt am Boden entlang und tun so, als würden sie etwas zu fressen suchen: Sie sind hochgradig aufgeregt...

    Ich halte die interessierte Leserschaft auf dem Laufenden.

  2. Danke von 2 Usern an Ulfgar für diesen hilfreichen Beitrag:


  3. #2

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    Hallo Uli,

    ohne Zweifel ist der Streifenhechtling ein schöner und wahrscheinlich interessanter Fisch. Diesen Fisch habe ich bisher noch nicht in meinen Aquarien gehalten, plaudere also aus dem Nichts heraus. Lese meine Zeilen, aus dem Bauch heraus geschrieben, deshalb nicht als Kritik. Aus den schnell zusammengetragenen Infos im Netz scheint das ein eher ruhiger Fisch zu sein, lauert oft im Dickicht der Pflanzen. Da ich hier keine weitere Diskussion darüber anfangen möchte, ob nun ein ausgewachsener Streifenhechtling mehr an Aquarium benötigt oder nicht, stellt sich mir vom Gefühl her trotzdem die Frage, ob es nicht besser wäre diesen Fisch in kleinen Gruppen zu halten und dann mit ca. 10 cm Endgröße die 54 Liter als eher grenzwertig anzusehen sind? Was machst Du jetzt mit dem Paradiesfisch, bleibt der Single? Die Corydoras passen insofern in dieses Becken als das es keine Probleme geben wird unter den Beckenbewohnern.

    Die Streifenhechtlinge sind ja eher räuberisch unterwegs. Lebend- bzw. Frostfutter sollte hier erste Wahl sein? Wie schaffst Du es bei KH 15 einen PH-Wert von 7,1 zu haben. Das macht einen theoretischen CO2-Wert von Mitte 30er mg/Liter. Das wäre etwas hoch.

    Ich werde den Thread jedenfalls weiter mitverfolgen. Dir noch viel Spaß mit den Neuen.

    LG
    Dieter

  4. Danke an Wanjiru für diesen Beitrag von:


    •   Alt 09.09.2016 22:38

      Mister Ad Mister Ad ist offline

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  5. #3

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    Hi,

    ich halte lineatus und 54 Liter erachte ich deutlich als zu klein.
    Die Männchen treiben sehr rabiat und das betreffende Weibchen wird keine Ausweichmöglichkeiten finden.
    Die Männchen suchen und verfolgen sehr gezielt.
    Das bedeutet ein hohes Stresslevel.

    Unter 100 m Kantenlänge würde ich die Tiere nicht pflegen/empfehlen.

    Zudem noch mit einem weiteren Fisch, der die Oberfläche bevorzugt und ein Revier bezieht.
    Das bedeutet wiederum Stress, auch wenn sie sich, aufgrund mangelnder Ausweichmöglichkeiten eventuell "arrangieren".
    Nicht verwechseln mit einem harmonierendem Zusammenleben!

    Ich sehe dies als keine (für die Tiere) gelungene Zusammenstellung an.

  6. Danke an Verena für diesen Beitrag von:

    MS1

  7. #4

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    Hi,
    noch einen Wabenschilderwels rein und dann ist es ein perfektes Vorzeigebecken.

    gruß jo

  8. #5

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    Zitat Zitat von eumel6 Beitrag anzeigen
    Hi,
    noch einen Wabenschilderwels rein und dann ist es ein perfektes Vorzeigebecken.
    gruß jo
    Der wäre mir aber definitiv zu groß. Ein Kaktuswels würde es aber auch schon tun...

    LG
    Dieter

  9. #6

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    So, nach einigen wenigen Tagen scheint sich die Situation im Becken geklärt zu haben, die "Reviere" sind abgesteckt

    - Die Corydoras bewohnen, wie nicht anders zu erwarten war, den Boden
    - Die Streifenhechtlinge bewohnen, wie erwartet, den Bereich unter der Wasseroberfläche und sind im Kraurdickicht kaum zu sehen
    - Der Paradiesfisch bewohnt, wie auch schon vorher, die mittlere bis untere Beckenregion

    Ich muß vielleicht dazu sagen, daß die Oberfläche des Beckens sehr stark verkrautet und zugewachsen ist.


  10. #7
    xRudolfx
    Hallo Uli,
    Zitat Zitat von Ulfgar Beitrag anzeigen
    So, nach einigen wenigen Tagen scheint sich die Situation im Becken geklärt zu haben, die "Reviere" sind abgesteckt
    jetzt bist du schon einige Zeit in einschlägigen Foren unterwegs und dann besetzt du ein 60cm Kantenlängenbecken mit diesen drei Arten? Mehr als Kopf schütteln bleibt mir da nicht.

  11. Danke an xRudolfx für diesen Beitrag von:


  12. #8

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    Hallo Stephan,

    dazu nur das hier: "Hechtlinge und Makropoden"

  13. #9

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    Hallöle,
    naja, das hinkt etwas.
    Pseudophromenus dayi "Allepey" bleibt deutlich kleiner und hat eine ganz andere Lebensweise als ein Macropodus opercularis.
    Hechtlinge der Art Aplocheilus kirchmayeri "Benaulim" erreichen auch nur die Hälfte der Größe eines Aplocheilus lineatus.
    Ich halte Dein Becken nach wie vor für schlecht besetzt.
    Grüßle Steffi

    •   Alt 13.09.2016 12:21

      Mister Ad Mister Ad ist offline

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  14. #10

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    Sollte es sich erweisen, daß diese Kombination von Arten ungünstig ist, dann werde ich die Fische natürlich separieren. Aber momentan vertraue ich etwas mehr auf den RAtschlag und die Erfahrung von Leuten, die diese Kombination tatsächlich und seit Jahren erfolgreich so halten.

    Jetzt aber möchte ich Euch etwas interessantes zeigen: Wohl jeder Killi-Liebhaber hat wohl schon etwas vom "Rivulus-Fleck" gehört, den nicht nur die Rivulus-Arten tragen. Auch Epyplatis annulatus hat einen solchen Fleck auf der Stirn. Es ist ein heller Fleck auf der Stirn vieler Killi-Arten. Eine Theorie besagt, daß er zum Anlocken von Fluginsekten dient. Bei meinen Streifenhechtlingen habe ich diesen Fleck auch bemerkt, und nun ist es mir endlich gelungen, ihn auch zu fotografieren:

    12 - Rivulus-Fleck 1.jpg

    13 - Rivulus-Fleck 2.jpg

    Die Fotos wurden von oben durchs Futterloch gemacht...